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Erdwärme-Zeitung.de | 18. November 2017

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Tiefe Geothermie – Erfolgreiche neue Geothermiebohrung in Unterföhring

Tiefe Geothermie – Erfolgreiche neue Geothermiebohrung in Unterföhring

In 2300 Metern Tiefe ist das Wasser wärmer als erwartet. 93 Grad Celsius warmes Wasser wird mit 85 Liter je Sekunde aus dem Bohrloch gefördert. Das sind beste Voraussetzungen für die Erweiterung der bestehenden Geothermieanlage in Unterföhring.

Die neue Tiefenbohrung des Unterföhringer Wärmeversorgers GEOVOL liefert heißeres Wasser als erwartet. Wie die Tests in den vergangenen Tagen zeigten, ist das Wasser in rund 2300 Metern Tiefe statt der erwarteten 87 Grad rund 93 Grad warm. Auch die Ergiebigkeit der neuen Heißwasserquelle am Etzweg ist hervorragend: Pro Sekunde quellen 85 Liter Wasser aus der Tiefe hervor, im laufenden Betrieb werden sich voraussichtlich bis zu 100 Liter fördern lassen. „Wir sind sehr zufrieden mit diesen Ergebnissen. Die Bohrung bietet damit beste Voraussetzungen für die Erweiterung unserer Geothermieanlage und damit den Anschluss des Unterföhringer Südens“, freut sich Peter Lohr, Geschäftsführer von GEOVOL.

Tiefbohranlage DS20 (Drillmec HH-300), Daldrup & Söhne AG  Foto Copyright Geovol Unterführung GmbH

Tiefbohranlage DS20 (Drillmec HH-300), Daldrup & Söhne AG Foto Copyright Geovol Unterführung GmbH

Die neue Bohrung wurde Mitte Februar begonnen und Ende April fertiggestellt – dank des erfahrenen Bohrteams der Firma Daldrup & Söhne also deutlich schneller als erwartet. „Die Entscheidung der Gemeinde Unterföhring, die Leistung ihrer geothermischen Anlage mit einer weiteren Dublette zu verdoppeln, unterstreicht die Attraktivität dieser Energieversorgung: sie ist wirtschaftlich für die Abnehmer, sie stützt sich auf die lokal vorhandenen Ressourcen und ist nahezu emissions- und immissionsfrei bei geringstem Flächenbedarf. So funktioniert eine moderne, vorausschauende Energieversorgung“, so Josef Daldrup, Vorstandsvorsitzender des Bohr- und Geothermieunternehmens aus Grünwald bei München. Insgesamt ist die Bohrung 3897 Meter lang und endet in einer Tiefe von 2341 Metern. Sie ergänzt die bereits bestehenden zwei Bohrungen mit dem Ziel, zukünftig ganz Unterföhring mit umweltfreundlicher Fernwärme versorgen zu können. Bislang wird nur der Norden der Gemeinde mit Erdwärme beliefert. Ab Mitte Mai wird die zweite neue Bohrung niedergebracht, mit deren Hilfe das Thermalwasser dann wieder in die Tiefe zurückgeführt werden kann. Die Erweiterung einer bestehenden geothermischen Anlage mit zwei weiteren Bohrungen ist ein deutschlandweit bislang einmaliges Projekt.

Die höhere Temperatur des gefundenen Thermalwassers ist für GEOVOL insbesondere aus wirtschaftlicher Sicht ein Grund zur Freude: „Jedes Grad mehr erlaubt uns den Anschluss von mehr Fernwärmekunden und verbessert damit die Wirtschaftlichkeit unserer Anlage“ so Peter Lohr. Ralf Gundelach, der im Auftrag des Ingenieurbüros KESS die energetischen Berechnungen für die neue Energiezentrale vornimmt, hat ausgerechnet, was dies konkret bedeutet: „Das um sechs Grad heißere Wasser ermöglicht GEOVOL, knapp 200 Häuser mehr an das Fernwärmenetz anzuschließen – ohne dass die Gemeinde zusätzliche Kosten hat.“ Verläuft die zweite neue Bohrung ebenfalls planmäßig, wird mit dem Bau der neuen Energiezentrale voraussichtlich im Herbst dieses Jahres begonnen. Fertigstellung des Gebäudes soll im Frühjahr 2015 sein. Quelle: Text und Bilder Pressemitteilung 2014 Geovol Unterführung GmbH

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