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Erdwärme-Zeitung.de | 18. November 2017

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Was ist der hydraulische Abgleich der Heizungsanlage

Was ist der hydraulische Abgleich der Heizungsanlage
Wie wichtig ist der hydraulische Abgleich von Heizungsanlagen? – Vorsicht bei Brennwertkesseln mit Überstromventilen!

Ein hydraulischer Abgleich der Heizungsanlage hilft bei nahe zu allen Heizungsanlagen Heizkosten einzusparen.

Der Einbau von Wärmepumpen im Gebäudebestand wird unter bestimmten Vorraussetzungen staatlich gefördert (Informationen zu den Fördervorraussetzungen haben wir in unserem Beitrag „Gebäudebestand – Förderung von effizienten Wärmepumpen“ veröffentlicht).

Eine wesentliche Vorraussetzung, Geld vom Staat für die Modernisierung einer Heizungsanlage zu erhalten, ist der hydraulische Abgleich der Heizungsanlage. Dieser muss von einer Fachfirma durchgeführt und bestätigt werden. Zusätzlich muss mindestens eine Umwälzpumpe im Heizungssystem die Effizienz-Anforderungen entsprechend der Effizienzklasse A erfüllen oder den Energieeffizienzindex EEI gemäß Ökodesignrichtlinie von 0,27 einhalten. (Stand 04-2014)

Schätzungen gehen davon aus, dass der überwiegende Teil aller bestehenden Heizungsanlagen in Deutschland nicht hydraulisch abgeglichen sind. Aufgrund des Alters der meisten Heizungsanlagen sind oft zu große Heizungspumpen eingebaut. Die Vorlauftemperaturen am Heizkessel sind meist sehr hoch eingestellt und nicht dem tatsächlichen Bedarf angepasst. Die Gebäude werden zwar alle warm, aber der Energieverbrauch ist zu Hoch.

Hier kann einiges optimiert und damit auch Kosten gesenkt werden. Die co2online gGmbH schreibt dazu auf ihrer Webseite www.meine-heizung.de, dass sich in Einfamilienhäusern durch den hydraulischen Abgleich durchschnittlich jährlich ca. 110 Euro an Heizkosten einsparen lassen. Wenn dazu auch noch die alte Heizungspumpe durch eine neue hocheffiziente Heizungspumpe ersetzt wird, können hier nochmals durchschnittlich 100 Euro jährlich gespart werden. Natürlich kosten diese Optimierungen Geld. Diese Investition amortisiert sich bei den derzeit hohen und wahrscheinlich weiter steigenden Energiepreisen relativ schnell.

Ziel der Optimierung muss sein, dass die richtige Heizwassermenge mit der richtigen Heiztemperatur zum richtigen Zeitpunkt im zu beheizenden Raum zur Verfügung steht. Ist die Heizungsanlage optimal eingestellt, verteilt sich die Wärme durch das Rohrsystem im Gebäude gleichmäßig und spart Energie.

Durch einen Fachmann wird für jeden Raum die benötigte Heizlast errechnet. Dabei werden auch die physikalischen Eigenschaften der Gebäudehülle berücksichtigt. Wärmeverluste über Gebäudedecken, Aussenwände, Fussböden etc. gehen in die Berechnung ein. Die Heizkörpergrößen sowie die Rohrleitungsquerschnitte und Rohrlängen werden ermittelt und bei den Berechnungen berücksichtigt.

Unter Berücksichtigung aller ermittelten Eigenschaften der Heizungsanlage werden die verschiedenen Komponenten der Heizanlage, wie der Heizkessel (Heizkurve), die Pumpe/n und die Thermostatventile eingestellt und auf den Gebäudebedarf abgestimmt. Der Fachmann reguliert für jeden einzelnen Heizkörper die Heizwassermenge so, dass zu jedem Heizkörper nur die tatsächlich erforderliche Wärme transportiert wird.

Der hydraulische Abgleich der Heizungsanlage sorgt für maximale Wärme dort wo Sie benötigt wird. Wichtig: Auch Fußbodenheizungen und andere Flächenheizungen sowie Einrohrheizungen können in den meisten Fällen hydraulisch abgeglichen werden.

Bei Brennwertkesseln mit Überstromventilen kann es zu Problemen kommen. Ist der Brennwertkessel mit einem Überströmventil ausgestattet, kann sich ein hydraulischer Abgleich sogar nachteilig auf die Effizienz des Kessels auswirken, wie Professor Dieter Wolff von der Ostfalia Hochschule betont. Weitere Informationen dazu: http://www.enbausa.de/heizung-warmwasser/aktuelles/artikel/hydraulischer-abgleich-bringt-nicht-immer-etwas-3662.html

Eine Heizungserneuerung kann zusätzlich zu BAFA auch durch die KfW-Bank mit vergünstigten Krediten und Zuschüssen gefördert werden. Auf der Internetseite der KfW-Bank finden Sie die genauen Bedingungen für die Förderung des hydraulischen Heizungsabgleiches.

Mit unserem Artikel möchten wir lediglich zum Nachdenken anregen. Weitere umfassende Informationen zum hydraulischen Heizungsabgleich erhalten Sie von einem Heizungsfachmann Ihres Vertrauens. Die Webseite www.meine-Heizung.de befasst sich auch umfassend mit diesem Thema und bietet dazu auch einen WärmeCheck an.

Silvio Klenner 2014 Erdwärme-Zeitung.de

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