Zeil: „Geothermie auf Wachstumskurs“
Zeil: „Geothermie auf Wachstumskurs“
MÜNCHEN / ASCHHEIM 06.05.2010 Der Geothermie- Boom im Freistaat Bayern hält unvermindert an. Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil eröffnet heute die Energiezentrale der Geothermieanlage in Aschheim. Dabei präsentiert er den aktualisierten bayerischen Geothermieatlas der Öffentlichkeit. „Das Geothermieprojekt der drei Gemeinden Aschheim, Feldkirchen und Kirchheim setzt neue Maßstäbe. Es ist das erste interkommunale Projekt dieser Art und mittlerweile das neunte bayerische Projekt in der Betriebsphase. Die Kopplung der Tiefengeothermie mit einer biomassebetriebenen Wärme-Pumpentechnologie ist hochinnovativ, technologisch führend und bisher weltweit einzigartig. Sie ermöglicht eine deutlich verbesserte Ausnutzung der Wärmenergie im Untergrund. Mit diesem Projekt bauen wir unsere Spitzenposition bei der Geothermie qualitativ und quantitativ konsequent weiter aus“, freut sich Zeil. Das Bayerische Wirtschaftsministerium fördert das innovative Projekt mit einem Zuschuss in Höhe von rund einer Million Euro.
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In Aschheim sind bereits zwei Bohrungen bis zu einer Tiefe von rund 2 700 m unter Geländehöhe durchgeführt worden. Im Ergebnis wurde 85 °C heißes Thermalwasser gefördert. Zeil: „Damit könnte langfristig die Wärmeversorgung der drei Gemeinden Aschheim, Feldkirchen und Kirchheim für mindestens 25 000 Einwohner sichergestellt werden. So könnten jährlich 20 000 bis 30 000 Tonnen CO2 eingespart werden.“
Bis 2012 werden mit den weiteren bereits fündigen Bohrprojekten in Bayern insgesamt voraussichtlich 16 Anlagen den Betrieb aufgenommen haben. „Die Tiefengeothermie ist eine heimische und grundlastfähige Energie. Sie wird immer mehr zu einem unverzichtbaren Baustein beim weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien. Sie steht für mehr Versorgungssicherheit und Klimaschutz im Freistaat und hat noch große Zukunftspotentiale. Bei anhaltender Dynamik der Erschließung unserer geothermischen Vorkommen kann sich der südbayerische Raum in den nächsten zwei Jahrzehnten zum Zentrum der geothermischen Nutzung in West- und Mitteleuropa entwickeln“, prognostiziert Wirtschaftsminister Zeil.
Auch im Bereich der geowissenschaftlichen Grundlagenforschung setzt der Freistaat starke Akzente. „Der neue bayerische Geothermieatlas ist ab heute veröffentlicht. Er soll die Erschließung der Geothermievorkommen im Freistaat weiter voranbringen. Wir haben das vor fünf Jahren erstmals herausgegebene, stark nachgefragte Kartenwerk aktualisiert und weiter fortgeschrieben. Der Geothermiebranche und interessierten Kommunen stehen damit aktuelle Karten und Informationen für ihre Planungen zur Verfügung“, informiert Wirtschaftsminister Zeil.
Der bayerische Geothermieatlas enthält detaillierte Karten zur Tiefenlage und Mächtigkeit nutzbarer Horizonte sowie zur Temperaturverteilung im Untergrund. Anhand dieser Karten kann der Nutzer abschätzen, wo in Bayern günstige Voraussetzungen für eine hydrothermale Wärme- oder Stromerzeugung vorliegen und mit welchen Bohrtiefen und Temperaturen zu rechnen ist. Seit der Erstauflage im Jahr 2005 sind große Teile des Explorationsgebietes südlich der Donau seismisch untersucht worden. Über 20 weitere Tiefbohrungen sind seitdem niedergebracht worden. Hieraus ergaben sich teilweise völlig neue Erkenntnisse über den Aufbau des geothermischen Untergrundes, die im aktuellen Geothermieatlas abgebildet sind.
Der neue Geothermieatlas ist im Internet abrufbar unter
http://www.stmwivt.bayern.de/publikationen/?katAuswahl=0702.
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