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Stellungnahme zur Presseinformation Wärmepumpen

Stellungnahme zur Presseinformation Wärmepumpen

Stellungnahme und Fakten zur Presseinformation Wärmepumpen-Effizienz

Fraunhofer ISE 12.12.2008

Nach dem Versand unserer Presseinformation zum Feldtest Wärmepumpen-Effizienz erhielten wir Kenntnis von Mailings an zahlreiche Redaktionen. In diesen Mailings wird die Darstellung unserer Ergebnisse mit zum Teil unsachlichen Argumenten angegriffen und es werden Dinge unzulässig vermischt. Im Folgenden stellen wir deshalb nochmals den Hintergrund unserer Ergebnisse und der in der Presse-Information genannten Daten dar.

Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz und Feldtest Wärmepumpen-Effizienz des Fraunhofer ISE

1.
Entsprechend dem neuen, seit diesem Jahr gültigen Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) besteht in Neubauten eine Nutzungspflicht von Wärme aus Erneuerbaren Energien. Diese Verpflichtung wird auch durch Wärmepumpenanlagen erfüllt, die eine gewisse Mindesteffizenz aufweisen. In der Anlage zum EEWärmeG ist ausgeführt, dass die Jahresarbeitszahl bei Luft/Wasser- und Luft/Luft-Wärmepumpen mindestens 3,5 betragen muss und bei allen anderen Wärmepumpen 4,0. Wenn die Warmwasserbereitung des Gebäudes durch die Wärmepumpe oder zu einem wesentlichen Anteil durch andere Erneuerbare Energien erfolgt, beträgt die geforderte Jahresarbeitszahl bei Luft/Wasser- und Luft/Luft-Wärmepumpen 3,3 und allen anderen Wärmepumpen 3,8. Zugleich wird im Gesetz gefordert, dass die Wärmepumpen über einen Wärmemengen- und Stromzähler verfügen, deren Messwerte die Berechnung der Jahresarbeitszahl ermöglichen.

2. Basis für die im EEWärmeG berechneten Jahresarbeitszahlen ist die derzeit noch gültige VDI-Richtlinie 46500, an deren aktueller Überarbeitung wir uns beteiligen, sowie die „anerkannten Regeln der Technik„ entsprechend DIN 255 und DIN EN 14511.

3. Ziel des Projekts „Wärmepumpen-Effizienz„ ist es, die Effizienz von Wärmepumpen unter realen Nutzungsbedingungen zu ermitteln und Optimierungspotenziale zu identifizieren. Das Projekt ist lange vor der Erstellung des EEWärmeG begonnen worden. Es ist nicht Aufgabe des Projekts, die zur Einhaltung der im EEWärmeG genannten Werte bezüglich der Jahresarbeitszahlen zu validieren oder zu bewerten.

4. Der primärenergetische Vergleich in unserer Pressemitteilung bezieht sich auf konventionelle Heizsysteme wie z.B. Gas-Brennwertheizungen. Unter Zugrundelegung der primärenergetischen Umrechnungsfaktoren, die in der gültigen Energieeinsparverordnung (ENEV) verwendet werden ergibt sich beispielsweise folgender Vergleich.

Brennwertgerät Erdgas H Wärmepumpe Strom-Mix D

  Brennwertgerät Erdgas H Wärmepumpe Strom-Mix Deutschland
Primärenergiefaktor, insgesamt 1,1 3,0
Primärenergiefaktor, nicht-erneuerbarer Anteil 1,1 2,7
Verhältnis Brennwert zur Heizwert 1,1 -
angenommener Kesselwirkungsgrad (Jahresmittel) 0.9 -
Jahresarbeitszahl Wärmepumpe - 3,0
Nutzenergie/Primärenergie (insgesamt) 0,91 1,0
Nutzenergie/Primärenergie (nicht-erneuerbarer Anteil) 0,91 1,11

Das gegebene Beispiel zeigt, dass auch bei einer Wärmepumpe mit einer Jahresarbeitszahl von 3,0 bei Zugrundelegung von Primärenergiefaktoren entsprechend ENEV ein niedrigerer Primärenergieverbrauch pro bereit gestellter Nutzwärme resultiert als bei einem mit Erdgas betriebenen Brennwertkessel. Dabei ist es wichtig, bei beiden verglichenen Anlagen sämtliche Verbräuche, also z.B. auch alle Hilfsenergieverbräuche für Pumpen und Regelung zu berücksichtigen. Diese sind in unseren Messungen vollständig enthalten einschließlich dem Stromeinsatz für die Solepumpe bzw. den Ventilator sowie dem Stromeinsatz für einen Heizstab, sofern die Anlagen eine derartige Nachheizung enthalten.

5. Selbstverständlich ist auch ein Vergleich mit anderen Energieversorgungssystemen für Wohngebäude wie Blockheizkraftwerke oder Solaranlagen hoch interessant. Ein solcher Vergleich erfordert, dass eine gleichermaßen solide Datenbasis für derartige Anlagen unter realen Nutzungsbedingungen zur Verfügung steht. Das Fraunhofer ISE ist aktuell an einem Feldtest von unterschiedlichen Mini-Blockheizkraftwerken beteiligt. Hier gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher, technischer Lösungen, die aber sämtlich noch keine hohe Marktdurch-dringung erreicht haben.

6. Unsere Ergebnisse zeigen, dass viele der untersuchten Wärmepumpenanlagen die im EEWärmeG gefüllten Anforderungen im realen Betrieb erfüllen. Es gibt jedoch auch Anlagen, die diese Kriterien verfehlen.

7. Im Folgenden nochmals einige weitere Ergebniszahlen unserer Messungen

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Stellungnahme auf bezieht sich auf diesen Artikel:

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