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Praxis: Bildungsakademie mit Erdwärmeversorgung

Stuttgart: Ausbildung im klimafreundlichen Umfeld

Stuttgart: Ausbildung im klimafreundlichen Umfeld
Handwerkskammer stellt Bildungsakademie auf Erdwärmeversorgung um

Viele der Menschen, die im Raum Stuttgart eine handwerkliche Ausbildung durchlaufen haben, kennen die Bildungsakademie der Handwerkskammer im Stadtteil Weilimdorf. 1982 als Bildungs- und Technologiezentrum gestartet, befasst man sich mit der Überbetrieblichen Ausbildung für viele Handwerksberufe. Als staatliche Ergänzungsschule bietet sie den Abschluss "Staatlich anerkannter Betriebswirt des Handwerks" und bildet künftige Meister aus. Darüber hinaus gibt es ein breites Weiterbildungsangebot von der Vorbereitung auf die Gesellenprüfung über die Vermittlung von EDV-Kenntnissen bis hin Kursen für Existenzgründer. Im Bereich Kfz entwickelt sich die Einrichtung seit einigen Jahren zu einem Kompetenzzentrum mit dem Schwerpunkt Pkw. Außerdem ist man Sitz der Landesakademie Baden-Württemberg. Für die Qualifizierung der jährlich rund 4000 Auszubildenden und der über 2000 Teilnehmer anderer Seminare und Kurse stehen mehr als 100 Referentinnen und Referenten bereit. Sie unterrichten in 21 Werkstätten und zehn Theorieräumen.

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Wenn in ein solches Gebäude eine neue Heizanlage eingebaut wird, fällt das nicht unbedingt draußen auf. Es sei denn, die Quelle für die Wärme liegt in der Erde. Dann rückt ein Bohrgerät heran und werden Leitungen verlegt. So wie in Weilimdorf. Die Handwerkskammer hatte sich für den Bau einer geothermischen Anlage entschieden und im August 2009 die Stuttgarter Niederlassung der CDM Consult GmbH mit der Vorplanung des Erdwärmesondenfeldes und der Durchführung eines TRT-Testes beauftragt. Vier Wochen später lag die behördliche Genehmigung für die dafür erforderliche Pilotbohrung vor. Gebohrt wurde Mitte September, getestet am Ende des Monats. Ein solcher Test ermöglicht es, die Wärmeleitfähigkeit des Erdreichs in der Umgebung der Bohrung präzise zu erfassen. Daraus lassen sich dann in einem weiteren Schritt Anzahl, Tiefe und Lage der weiteren Bohrungen im Erdwärmesondenfeld beplanen. Für größere Bauvorhaben sind die seit mehr als 10 Jahren verfügbaren und beständig verbesserten TRT-Tests längst unverzichtbarer Standard geworden.

Anfang November konnte auf der Basis der Vorgaben des haustechnischen Planers von der Harald Hetwer Planungsgesellschaft mbH und der Ergebnisse der geothermischen Vorerkundung die Vordimensionierung des Erdwärmesondenfeldes durchgeführt werden. CDM setzte dafür den Earth-Energy-Designer (EED) ein, ein Softwaretool, das sich in Europa für die Erledigung solcher Aufgaben durchgesetzt hat.

Im Ergebnis stand dann ein Feld mit 24 maximal 90 Meter tiefen Bohrungen. Um dafür die notwendigen Genehmigungen zu erhalten, wurde eine Abschätzung der beim Anlagenbetrieb im Untergrund entstehenden Temperaturveränderungen durchgeführt. Ende April 2010 lag dann die Erlaubnis vor. Bevor mit den eigentlichen Arbeiten begonnen werden konnte, musste das vorgesehene Gelände zunächst auf mögliche Kampfmittelrückstände aus dem Zweiten Weltkrieg untersucht werden.

Die Bohrungen selbst erfolgten in zwei Bauabschnitten im Juni 2010. Ab etwa einer Tiefe von 40 Metern wurde eine Muschelkalkschicht erreicht, also eine Schicht, in der Risse und Klüfte erwartet werden durften, was die Herstellung eines stabilen Bohrlochs erschwert. In Zusammenarbeit des Bohrunternehmens mit der für die Bohrüberwachung von Ort zuständigen CDM konnten alle Löcher fachgerecht abgeteuft werden. Die Erdwärmesonden wurden über einen Verteiler im Lichtschacht der Tiefgarage mit dem Gebäude und der Wärmepumpe verbunden.

Oberflächennahe geothermische Anlagen eignen sich in unseren Breiten gleichermaßen zum Heizen und zum Kühlen. Die Kombination beider Varianten ist Anlagen mit konventionellen Systemen häufig wirtschaftlich überlegen. In einem solchen Fall fällt dann, wie in Stuttgart, die Entscheidung für die Erdwärme leicht. Und das trotz höherer Investitionskosten.

Die 24 Bohrungen stellen in Verbindung mit einer Wärmepumpe eine Heizleistung von 120 kW. Die Kühlleistung des Systems beträgt 90 kW. Dabei wurde die Anlage so geplant, dass bei geringem Klimatisierungsbedarf im Gebäude, die Kühlleistung ohne Wärmepumpe direkt aus dem Untergrund bezogen werden kann. Bei steigenden Außentemperaturen wird die Wärmepumpe zugeschaltet und zur Erzeugung von Klimakälte eingesetzt.

Für die Nutzer der Bildungsakademie sorgt das neue Heiz- und Kühlsystem nach seiner Inbetriebnahme im Winter 2010/2011 für angenehme Wärme im Winter und für kühle Köpfe im Sommer, umweltfreundlich, klima- und ressourcenschonend und wirtschaftlich natürlich auch.

Kontakt Planungsbüro Geothermie: CDM Consult GmbH, Am Umweltpark 3-5, 44793 Bochum, T: 0234 68775-850, Fax: 0234 68775 10, Mobil: 0175 2638360
oliver.kohlsch@cdm-ag.de, http://www.cdm-ag.de

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