Geothermie ( Erdwärme ) - Förderung der Wärmepumpe
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Förderung Geothermie (Erdwärme) & Wärmepumpen
Geothermie ( Erdwärme ) – Förderung von Wärmepumpen
Eine aktuelle Stellungsnahme vom Umweltbundesamt zur Förderung von Wärmepumpen bezeichnet die elektrische Wärmepumpe als „keine besonders umwelt- und klimaschonende Heizungsart“.
Auf Anfrage der Redaktion, warum die Wärmepumpentechnologie von einer Basisförderung im aktuellen Marktanreizprogramm der Bundesregierung, zur Förderung erneuerbarer Energien nicht berücksichtigt wurde, hat unsere Redaktion folgende offiziellen Stellungsnahme von Dipl.-Ing. (FH) Jens Schuberth vom Umweltbundesamt erhalten:
“Sehr geehrter Herr Klenner,
vielen Dank für Ihre Anfrage: Warum werden Wärmepumpen im Marktanreizprogramm nicht berücksichtigt?
Das Marktanreizprogramm zielt auf eine Stärkung erneuerbarer Energien im Wärmemarkt und ist damit ein Beitrag zur nachhaltigen Energienutzung. Zwar können erdwärmegestützte elektrische Wärmepumpen, bei angenommenen theoretischen Bestwerten ihrer Effizienz, bis zu 35% weniger Treibhausgase emittieren als Gas-Brennwertheizungen. Doch reale Biomasse-Heizungen verursachen mindestens 85% weniger Treibhausgas-Emissionen als Gas-Brennwertheizungen. Elektrische Wärmepumpen sind deshalb keine besonders umwelt- und klimaschonende Heizungsart und können nicht im Marktanreizprogramm für erneuerbare Energien gefördert werden.
Ungeachtet dessen wird die Anschaffung von Wärmepumpen in den Programmen der KfW-Förderbank unterstützt. Darüber hinaus bieten über 120 Stadtwerke und Energieversorger günstige Tarife für Wärmepumpen-Strom an.
Die Effizienz elektrischer Wärmepumpen und ihre tatsächliche Umweltentlastung hängen bekanntlich von mehreren Faktoren ab: von der Installation vor Ort, der verwendeten Wärmequelle und ihrer Temperaturbeständigkeit, von der Heizwärmeabgabe (Vorlauftemperatur) sowie von der resultierenden Umweltbelastung des verwendeten Stromes.
Für elektrische Wärmepumpen ist es - wie für andere elektrisch betriebene Geräte - sachgerecht, den Strom der öffentlichen Versorgung (Strommix) in Deutschland zugrunde zu legen. Da der elektrische Strom allein zur Hälfte aus Kohlen und zu 28% aus Kernenergie erzeugt wird, ist er mit einem beträchtlichen ökologischen Rucksack beladen, insbesondere hinsichtlich Emissionen von Treibhausgasen und der Inanspruchnahme nichterneuerbarer Energieressourcen.
Falls "Ökostrom" zum Betrieb elektrischer Wärmepumpen genutzt werden soll, um den umweltbezogenen Nachteil des deutschen Strommixes zu umgehen, dann den mit einem nachweisbaren und tatsächlichen Umweltnutzen. Nur dann können elektrische Wärmepumpen in Deutschland umweltbezogen besonders vorteilhaft sein. Die Trendentwicklung der Stromerzeugung in Deutschland bis 2030 reicht noch nicht für einen umweltbezogenen Durchbruch der elektrischen Wärmepumpen im Wärmemarkt. Erst im Falle einer nachhaltigen Stromerzeugung in Deutschland bekämen elektrische Wärmepumpen große Chancen im Wärmemarkt.
Hinsichtlich der Klimarelevanz, d.h. Emissionen von Treibhausgasen, sowie der Inanspruchnahme von nichterneuerbaren Energieressourcen können elektrische Wärmepumpen zwar innerhalb der Gruppe der fossil befeuerten Heizungen (Erdgas, Heizöl, Kohlen) umweltbezogen die relativ günstigsten sein, noch geringfügig günstiger als Erdgas-Brennwertheizungen. Doch sie sind deutlich ungünstiger als Heizungssysteme mit erneuerbaren Energien und mit Nahwärmesystemen auf der Basis von Kraft-Wärme-Kopplung.
Für den Einsatz aller Wärmepumpenarten gilt generell: Es sollte keine Einengung auf "Umweltwärme" erfolgen! Es bestehen nämlich vielfältige, umweltbezogen häufig vorteilhafte Einsatzmöglichkeiten für Wärmepumpen bei der Nutzung industrieller Abwärme (z.B. in Abwässern). Falls "Umweltwärme" genutzt werden soll, dann die mit möglichst konstanter und hoher Temperatur (v.a. Wasser)! Wärmepumpen sollten bei möglichst geringen Vorlauftemperaturen eingesetzt werden; also vorrangig in Niedrigenergiehäusern mit Fußbodenheizung.
Ich hoffe, Ihre Frage beantwortet zu haben.
Mit freundlichen Grüßen
Jens Schuberth“
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Umweltbundesamt Federal Environmental Agency
I 4.4 Rationelle I 4.4 Energy efficiency
Energienutzung
Dipl.-Ing. (FH) Jens Schuberth
Umweltbundesamt, Wörlitzer Platz 1, D-06488 Dessau
Postanschrift: Postfach 1406, D-06813 Dessau
Telefon +49 (0)340 2103 2450
Telefax +49 (0)340 2104 2450
jens.schuberth(at)uba.de
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