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GeothermieNord- Auftakt Konferenz erfolgreich

Schwerin- Konferenz GeothermieNord

Geothermie in Norddeutschland: Erfolgreicher Auftakt für neue Konferenz in Schwerin

Ende vergangener Woche fand in Schwerin zum ersten Mal die Konferenz GeothermieNord statt. Über 100 Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, um sich vor Ort über die Entwicklung von Geothermieprojekten im Norddeutschen Becken zu informieren.

Als gelungenen Auftakt konnten die Veranstalter die erste Ausgabe der Konferenz GeothermieNord verbuchen, die vom 7. bis 8. Oktober in Schwerin stattfand. Kongress, Workshop und Exkursion zum Bohrkernlager in Sternberg boten den über 100 Teilnehmern einen umfassenden Überblick über die geologisch-technischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Grundlagen sowie über die Situation aktueller Projekte im Norddeutschen Becken.

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Auf großes Interesse stießen unter anderem die Praxisberichte der in Betrieb befindlichen Geothermieanlagen in Neustadt-Glewe und Neubrandenburg. Ebenso der Vortrag von Torsten Tischner von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) zum Projekt GeneSys in Hannover. Er berichtete, dass die nach Abschluss der Bohrarbeiten gemessene Temperatur höher war als erwartet und mit ca. 170 °C in 3900 m Tiefe vergleichbar mit den Temperaturen ist, wie sie sonst nur im Oberrheingraben zu finden sind. Entscheidend für die weitere Nutzung des Demonstrationsvorhabens seien nun die Ergebnisse der Stimulation, die im kommenden Jahr durchführt werden soll, so Tischner. Den Abschluss machte Gerd Wolter von Gassner, Groth, Siederer & Coll., der das geplante Geothermiekraftwerk in Munster-Bispingen vorstellte. Die Stadtwerke des südwestlich von Lüneburg gelegenen Ortes haben inzwischen die Machbarkeitsstudie abgeschlossen und rechnen mit Temperaturen zwischen 165 und 180 Grad Celsius bei einer Schüttung von mehr als 20 Litern pro Sekunde. Im März 2011 soll mit der Vorerkundung begonnen werden.

„Perspektivisch könnte die geothermische Wärmeerzeugung für einige kleine und mittlere Stadtwerke eine wirtschaftlich sehr interessante Anschlusslösung für die derzeitig genutzten Erzeugungsformen bieten“, so Torsten Hinrichs von der WEMAG AG. „Dabei können die Erfahrungen aus dem Betrieb der drei geothermischen Bestandsanlagen in Mecklenburg-Vorpommern bei der Konfigurierung zukünftiger stadtwerkseigener Anlagen unschätzbare Dienste leisten.“ Größere technische Hindernisse hierfür sieht er keine: „Die Thermalwasserchemie im norddeutschen Becken ist mit den heute verfügbaren Technologien und Werkstoffen weitestgehend beherrschbar.“

Dass durch geothermische Arbeiten an diesen Projekten weithin spürbare seismische Ereignisse ausgelöst werden, erscheint nach den Worten von Dr. Christian Bönnemann von der BGR als eher unwahrscheinlich. In seinem Vortrag zur Seismizität im Zusammenhang mit der Nutzung der Geothermie in Norddeutschland wies er darauf hin, dass weder in Waren/Müritz, Neustadt-Glewe, Groß-Schönebeck oder Horstberg bislang spürbare Ereignisse zu verzeichnen waren.

Weitere Themen des Kongresses waren die genehmigungsrechtlichen Rahmenbedingungen und bisherigen Erfahrungen der Landesämter mit Projektanträgen, Öffentlichkeitsarbeit für Geothermieprojekte, Förderinstrumente des Bundes sowie die Nutzungskonkurrenz zwischen CCS und der Geothermie. Hier machte Dr. Peer Hoth vom Bundeswirtschaftsministerium deutlich, dass der Geothermie nur dann ein Vorrang eingeräumt werden könnte, wenn konkrete Projekte in der Planung sind.

„Die GeothermieNord.2010 hat gezeigt, dass die Chancen und Möglichkeiten zur Nutzung der tiefen Geothermie im Norddeutschen Becken sehr groß sind und sich hier vielfältige Projekte, wie beispielsweise der untertägige Wärmespeicher in Neubrandenburg, entwickeln können“, so Professor Rüdiger Schulz vom Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik (LIAG). „Vor allem für Kommunen bringt die geothermische Nutzung einen Mehrwert, wenn schon größere Wärmeabnehmer beziehungsweise ein Wärmenetz vorhanden ist."

Zufrieden mit der Veranstaltung zeigten sich auch die vielen teilnehmenden Firmen. „Die GeothermieNord war für unser Unternehmen sowohl inhaltlich als auch bezüglich neuer Kotakte eine absolut lohnende Veranstaltung und wird uns mit unserem geplanten Geothermiepark Rostock einen Schritt weiter bringen“, so Kathrin Traxel von der Firma e.contract GmbH & Co. KG.

Veranstalter der Konferenz war die Freiburger Agentur Enerchange. Die Vorträge der Kon-ferenz sind auf CD erhältlich und können für 75 Euro zzgl. MwSt. unter agentur@enerchange.de bestellt werden. Das Programm der Veranstaltung findet sich unter www.geothermienord.de.

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Anwendung - Erdwärme im Schienenverkehr 17-19.11.10 Der Geothermiekongress (DGK)