geoEnergie-Tag in Freiberg - Fachwissen pur!
4. geoEnergie-Tag in Freiberg
Zum vierten Mal trafen sich über 100 Erdwärme-Experten aus Deutschland und Europa beim geoENERGIE-Tag in Freiberg und tauschten sich über die neueste Entwicklungen und Ergebnisse der Geothermie-Branche aus.
Neben Spezialisten aus Wirtschaft und Wissenschaft folgen auch Vertreter der deutschen und europäischen Erdwärmeverbände, wie dem GtV-Bundesverband Geothermie, dem Bundesverband Wärmepumpe und dem spanischen Verband für Erneuerbare Energien APPA, der Einladung der geoENERGIE Konzept GmbH nach Sachsen.
Zahlreiche Fachvorträge wie zum Beispiel „ Der Fall Staufen –Plausibilität Hebung durch Bohrungen!“ von Frau Prof. Dr. Simone Walker-Hertkorn, „Ampelkarten Geothermie – Abschreckung oder Aufklärung?“ von Marcellus Schulze (Bereichsleitung oberflächennahe Geothermie im Bay.LfU/geologischen Dienst) oder auch „Hohe Jahresarbeitszahl – kein Problem!“ von Prof. Dipl.-Ing. Werner Schenk behandelten verschiedene Facetten der Erdwärme. Wie effizient Wärmepumpen wirklich sind verdeutlichte der Vortrag von Christian Lumm vom Frauenhofer Institut. Er präsentierte Zahlen aus einem langjährigen Feldtest. Hier wurden Wärmepumpenanlagen in den Jahren 2005 bis 2010 im Neubau und Gebäudebestand vermessen. Die Daten von ca. 180 Wärmepumpenanlagen wurden ausgewertet. Ergebnis war, dass erdgekoppelte Wärmepumpensysteme deutlich besser, wie Wärmepumpen die die Wärmequelle Luft nutzen, abschnitten. In Neubauten wurden bei erdgekoppelten Wärmepumpensystemen durchschnittliche Jahresarbeitszahlen von 3,9 gemessen. Luftwärmepumpen hingegen erreichten lediglich eine durchschnittliche Jahresarbeitszahl von 2,9i m Neubau. Im Gebäudebestand wo Luftwärmepumpen derzeit leider Vermehrt eingesetzt werden, wurden durchschnittliche Jahresarbeitszahlen von gerade einmal 2,6 gemessen. Gerade im Gebäudebestand, wo meist Heizkörper vorhanden sind, sind nach Meinung vieler Experten und auch von Erdwärme-Zeitung.de Luftwärmepumpen nicht zu empfehlen. Hier werden meist hohe Vorlauftemperaturen über 50 Grad benötigt, bei Außentemperaturen von bis zu minus 20 Grad können Luftwärmepumpen nicht effizient heizen.
Wie wichtig Monitoring laufender Anlagen ist verdeutlichte Rüdiger Grimm in seinem Vortrag. Viele Wärmepumpenanlagen, vor allem Großanlagen mit Kühlung können im Betrieb optimiert werden, um die Effizienz zu erhöhen. Ein mit Prof. Werner Schenk (FH München), Prof. Simone Walker-Hertkorn (TEWAG GmbH, FH Deggendorf), Christian Micksch (SAENA – Sächsische Energieagentur) und Marcellus Schulze (Bayerisches Landesamt für Umwelt) hochkarätig besetztes Podium beschäftige sich in einer Diskussion außerdem unter anderem mit dem heiklen Thema „Schadensfall Staufen„ sowie Fragen zur Qualitätssicherung. Ein Ausstellerforum, auf dem sich verschiedene Unternehmen und Institution präsentierten, rundete das Programm ab.
Erdwärme-zeitung.de gratuliert zu einem sehr gelungenen Tag mit viel Fachwissen. „Wir sind stolz, dass wir eine solche Menge ausgewiesener Experten als Referenten für den 4. geoENERGIE-Tag gewinnen konnten, insbesondere für die Podiumsdiskussion“, erläutert Rüdiger Grimm, Geschäftsführer der geoENERGIE Konzept GmbH. „Gerade der Schadensfall in Staufen hat die Branche und auch die Öffentlichkeit stark bewegt. Es war wichtig, mit Prof. Simone Walker-Hertkorn erstmals öffentlich über dieses Thema und die Implikationen für die oberflächennahe Geothermie in Deutschland zu diskutieren zu können.“
13.05.2011 Silvio Klenner Erdwärme-Zeitung.de






