Ergebnisse des Geothermiekongresses DGK 2011
Ergebnisse des Geothermiekongresses DGK 2011
Hohe fachliche Qualität und Aktualität – Ergebnisse des Geothermiekongresses DGK 2011
[Berlin, den 21.11.2011 GtV-Bundesverband Geothermie e.V.] Drei Tage lang traf sich die Geothermiebranche zum Geothermiekongress DGK 2011 und der begleitenden Fachmesse geoENERGIA vom 15. bis 17. November in Bochum. Neben zahlreichen Fachbeiträgen zeichnete der Bundesverband Geothermie auch Forscher im Bereich der Erdwärmenutzung aus und blickte zurück auf 20 Jahre Arbeit des Verbandes.
Die rund 500 Kongressteilnehmer erfuhren in Foren und Workshops sowie im Rahmen einer Posterausstellung nicht nur die neuesten Entwicklungen in Projekten der Tiefen Geothermie wie dem entstehenden Kraftwerk in Insheim, der dritten Bohrung zur Erweiterung der Anlage in Pullach oder der kürzlich durchgeführten hydraulischen Stimulation des GeneSys-Vorhabens in Hannover. Die Referenten präsentierten auch aktuelle Forschungsergebnisse zu Themen wie der Charakterisierung des bayerischen Molassebeckens oder induzierter Seismizität. Weiterhin wurden Qualitätsstandards im Bereich der Oberflächennahen Geothermie intensiv diskutiert sowie Nutzungskonzepte der Geothermie im Bereich der Wohnungswirtschaft vorgestellt. Dr. Rolf Schiffer, Geschäftsführer des GtV-Bundesverbandes Geothermie, stellte fest: „Wie schon in den Vorjahren zeichneten sich die Beiträge des Geothermiekongresses durch ihre fachliche Qualität sowie durch höchste Aktualität aus. Wir freuen uns, dass wir dem hohen Anspruch des Kongresses erneut gerecht werden konnten und unseren Teilnehmern umfassende Informationen mit besonderem Neuheitswert bieten konnten.“
Begleitend zum Geothermiekongress DGK 2011 fand im RuhrCongress Bochum auch die Fachmesse geoENERGIA statt. Rund 45 Aussteller aus Forschung und Praxis der Tiefen und Oberflächennahen Geothermie präsentierten dem Publikum ihre Produkte und Dienstleistungen. Ebenfalls auf dem Messegelände vertreten war die „Science Bar“, mit der sich der GtV-Bundesverband Geothermie speziell an junge Wissenschaftler gewandt hatte. Die Teilnehmer präsentierten auf 16 Postern die Methoden und Ergebnisse ihrer Bachelor-, Master-, Diplom- oder Doktorarbeiten und konnten wichtige Kontakte zu den Akteuren der Erdwärme-Branche knüpfen.
Am Abend des ersten Kongresstages feierten die Teilnehmer das 20-jährige Jubiläum des GtV-Bundesverbandes Geothermie mit einem Festakt in der Lounge des Bochumer rewirpowerSTADION. Hier verlieh der Verband auch die Patricius-Plakette an Roland Horne, Professor an der Universität Stanford und Präsident des geothermischen Weltverbandes „International Geothermal Association“ (IGA), für seine bedeutenden Leistungen bei der Entwicklung der Tiefen Geothermie. Horne, der an den Feierlichkeiten nicht persönlich teilnehmen konnte, wurde insbesondere für seine Beiträge im Rahmen der Interpretation von Bohrlochmessungen und seine Arbeiten im Bereich der Erkundung und Modellierung geothermischer Reservoire ausgezeichnet, da diese zu einem besseren Kenntnisstand und Verständnis des tieferen Untergrundes geothermaler Lagerstätten beigetragen haben. Weiterhin erhielt Johannes Birner von der FU Berlin den Preis für Jungwissenschaftler auf Grundlage seiner wissenschaftlichen Arbeiten zur Hydrogeologie des Malmaquifers im bayerischen Teil des süddeutschen Molassebeckens und auch die Sieger der „Science Bar“ wurden im Rahmen der Feier durch den Bundesverband Geothermie ausgezeichnet.
Anlässlich seines 20-jährigen Bestehens nutzte der Verband den Geothermiekongress auch für eine Zwischenbilanz über die Entwicklung der Erdwärmenutzung sowie für einen Ausblick auf seine weiteren Ziele. Thematisiert wurden dabei unter anderem Maßnahmen im Bereich der Tiefen Geothermie, die dazu beitragen, das Risiko der Erstbohrung zu minimieren und so die Umsetzung weiterer Anlagen durch Investoren zu ermöglichen. Der Bundesverband Geothermie erwartet vor allem vom Bohrprogramm der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech) einen wichtigen Erkenntnisgewinn. Das über 10-15 Jahre mit rund 500 Millionen Euro ausgestattete Programm soll die wirtschaftlich betriebenen Projekte auch wissenschaftlich begleiten. Dr. Susanne Schmitt, Vorsitzende der Sektion Tiefe Geothermie des GtV-Bundesverbandes Geothermie: „Durch das Programm wird erstmals ein projektübergreifender Datenaustausch mit wissenschaftlicher Auswertung und entsprechender Lernkurve ermöglicht. Der GtV-Bundesverband Geothermie fordert die Bundesregierung daher dazu auf, die erforderlichen Mittel für das Programm der acatech bereitzustellen und damit die Voraussetzungen für den weiteren Ausbau der Tiefen Geothermie zu schaffen.“






