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Geothermie - Projekt in Basel gescheitert?

Geothermie - Projekt in Basel gescheitert?

Geothermie ( Erdwärme ) in Basel. Viele Fragen keine schnellen Antworten. Mit dem gestern Verkündeten Statement von Regierungsrätin Barbara Schneider, Vorsteherin Baudepartement Basel-Stadt ist das ehrgeizige Projekt saubere Energie aus Erdwärme in Basel zu schaffen vorerst gescheitert.

Die Stärke der ausgelösten Erdstöße war wohl überraschend für alle Beteiligten, insbesondere wurde die Bevölkerung Stark verunsichert. Ob diese „kleinen“ nur ein größeres Beben verhindert haben, wird wohl nie geklärt werden können. Die Geothermische Vereinigung e.V. aus Geeste vertritt jedenfalls diese Meinung. Es bleibt nun abzuwarten, welche Auswirkungen die ungünstigen Entwicklungen in Basel auf Geothermieprojekte in Deutschland haben werden. Hier wurde erst kürzlich die zweite Bohrung in Unterhaching erfolgreich abgeteuft und die anvisierten Ziele übertroffen , weitere Geothermieprojekte in Deutschland sind in Planung.

Medienorientierung zur Geothermie vom 25. Januar 2007
Statement von Regierungsrätin Barbara Schneider, Vorsteherin Baudepartement Basel-Stadt

Es gilt das gesprochene Wort

Die drei Erdstösse vom 8. Dezember sowie vom 6. und 16. Januar waren stärker sowie um einiges stärker spürbar, als das vorhergesagt worden war. Dementsprechend stark war die Verunsicherung in weiten Kreisen der Bevölkerung. Der Regierungsrat bedauert das sehr, und ich entschuldige mich an dieser Stelle noch einmal in aller Form dafür, dass wir, nachträglich gesehen, die Bevölkerung nicht genügend auf die aus damaliger Sicht möglicherweise zu erwartenden Ereignisse vorbereitet haben.

Wahrscheinlich haben Sie die Stellungnahmen und Expertisen, die dem Regierungsrat seit
letztem Freitagnachmittag zur Verfügung standen, und die wir gestern Morgen ins Internet gestellt haben, kurz zur Kenntnis nehmen können. Wenn Sie mich fragen, was die Quintessenz aus diesen Papieren ist, würde ich sagen, dass in vielen Punkten Einigkeit herrscht. Einigkeit darüber, dass wir noch zuwenig verstehen, warum die drei Erdstösse so stark spürbar waren; es besteht meiner Einschätzung nach auch Einigkeit darüber, dass die Betreiber- Firma, die Geopower Basel AG, nach dem aktuellen Stand der Technik und der Wissenschaft vorgegangen ist. Einig sind sich alle auch, dass zu viele Fragen offen sind, um heute einen fundierten definitiven Entscheid für oder gegen das Geothermie-Projekt fällen zu können.

Mit der heutigen Medienorientierung möchten wir Ihnen und damit der Öffentlichkeit darlegen, was die Experten über die Ereignisse rund um die drei starken Erdstösse wissen und welche Schlussfolgerungen sie daraus ziehen, und ich möchte Ihnen die Haltung des Regierungsrates erläutern. Was wir heute noch nicht bieten können, ist eine wissenschaftlich abgesicherte Begründung für die Erdbeben-Ereignisse, eine Schuldzuweisung oder eine Analyse allfälliger Pannen und Fehler.

Sie haben die Schlussfolgerungen der Experten gehört. Der Regierungsrat hält, wie bereits am Dienstag mitgeteilt, an der Option Geothermie fest. Angesichts der sich abzeichnenden Verknappung der fossilen Brennstoffe, der CO2-Thematik, des nach wie vor stetig steigenden Energieverbrauchs und angesichts der bekannten Risiken, die mit anderen Energieträgern verbunden sind, drängt sich die vertiefte Prüfung der Option Geothermie auf. Ein Abbruch wäre angesichts der mit dieser Technologie verbundenen Chancen verfrüht. Ebenso verfrüht wäre natürlich auch die sofortige Wiederaufnahme der Arbeiten in Kleinhüningen.

Mit der Sistierung des Projekts auf unbestimmte Zeit hat der Regierungsrat den von der Firma Geopower bereits nach dem ersten Erdstoss vorgenommenen Unterbruch des Projekts bestätigt. Die entscheidende Voraussetzung für eine allfällige Weiterführung des Projekts ist eine umfassende Risikoanalyse. Die Bevölkerung hat das Recht darauf zu wissen, welche Risiken bei einer Weiterführung des Projekts in Kauf zu nehmen wären. Eine präzise Aussage darüber, wie hoch dieses Risiko sein wird, ist heute noch nicht möglich. Einig sind sich die Experten lediglich darüber, dass dieses Risiko sehr klein ist und dass aufgrund der bisherigenErfahrungen weltweit nicht mit Schäden zu rechnen ist. Diese können aber nicht völlig ausgeschlossen werden, so dass eine vertiefte Analyse nötig geworden ist. Um dieses Risiko zuberechnen, sind weitere Untersuchungen nötig. Das Baudepartement wird in diesem Zusammenhang u.a. prüfen, ob die Einberufung eines internationalen „Geothermie-Gipfel“ Klärung bringen kann.

Es ist Ziel des Regierungsrates, der Bevölkerung noch in diesem Jahr sagen zu können,
welcher Art und wie hoch die Risiken sind, die mit der Weiterführung des Projekts verbunden sind. Es ist meines Erachtens unabdingbar, in diesem Zusammenhang auch den Bezug zu anderen Risiken zu schaffen, die wir in unserer Zivilisation ohne weiteres zu tragen gewillt sind. Ich weise insbesondere darauf hin, dass Energie, resp. Versorgungssicherheit nicht ohne Risiken zu haben ist: Wir leben in der Nähe eines veralteten Kernkraftwerks, und wir hätten im letzten Juni um ein Haar ein zweites Tschernobyl erlebt, als ein Atomkraftwerk in Forsmark, etwa 120 Kilometer nördlich von Stockholm, infolge einer Panne im schwedischen Stromnetz eine Zeit lang nicht mehr kontrollierbar war.
Es werden sich nun manche Leute sagen, dass sich diese Aufwendungen nicht lohnen und
dass angesichts der stattgefundenen Erdstösse ohnehin klar sei, dass niemand je den Mut
aufbringen wird, das Projekt nochmals an die Hand zu nehmen. Dazu ist folgendes zu sagen:

Eine weitere Voraussetzung zur allfälligen Wiederaufnahme des Geothermieprojekts ist die Überprüfung des Bewilligungsverfahrens. Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass es hier noch Verbesserungsmöglichkeiten gibt. Was nicht weiter erstaunt, weil bisher noch nie eine Baubewilligung ausgestellt wurde, bei der Seismizität ein Thema war.

Kurz zusammengefasst lautet die Position des Regierungsrates also wie folgt:

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