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250.000 Erdwärmeheizungen in Deutschland

Geothermie - 20 TWh Wärmeenergie jährlich in 2020

„Immer mehr Menschen profitieren von den großen Vorteilen der Geothermie“ - Bilanz und Ausblick zu 20 Jahren Bundesverband Geothermie auf dem Kongress DGK 2011

[Bochum, den 15.11.2011] In Bochum hat der GtV-Bundesverband Geothermie heute mit Gästen aus Politik und Wissenschaft den Geothermiekongress DGK 2011 und die Fachmesse geoENERGIA eröffnet. Anlässlich seines 20-jährigen Bestehens gibt der Verband eine Zwischenbilanz über die Entwicklung der Erdwärmenutzung sowie einen Ausblick auf seine weiteren Ziele.

Als Präsident des GtV-Bundesverbandes Geothermie begrüßte Waldemar Müller-Ruhe die Kongressteilnehmer. Dabei stellte er nicht nur die starke Entwicklung der Geothermie in Deutschland in den vergangenen Jahren heraus, sondern betonte auch die Bedeutung ihres Zusammenwirkens mit anderen erneuerbaren Energieträgern. „Um die Energiewende umzusetzen, ist über verlässliche politische Rahmenbedingungen hinaus die Verknüpfung aller regenerativen Energieträger notwendig. Denn in Systemen wie regenerativen Kombikraftwerken kann die Geothermie ihren besonderen Vorteil der Grundlastfähigkeit optimal einsetzen“, erklärte Müller-Ruhe. Die Rolle der Erdwärmenutzung für die Energie- und Wirtschaftspolitik Nordrhein-Westfalens betonte Udo Paschedag, Staatssekretär im nordrhein-westfälischen Umwelt– und Klimaschutzministerium in seiner Ansprache. Für die Niederlande als Partnerland des Kongresses richtete der niederländische Generalkonsul Dr. Henk Voskamp ein Grußwort an die Teilnehmer. Prof. Dr. Reinhard Hüttl, Vorstandsvorsitzender des Deutschen GeoForschungsZentrums GFZ, gab eine wissenschaftliche Perspektive auf den Beitrag der Erdwärme zu einer zukunftssicheren Energieversorgung und erläuterte: „Die Vorschläge der Ethikkommission „Sichere Energieversorgung“ zielen perspektivisch auf einen nachhaltigen Energiemix, in dem die Geothermie eine wesentliche Rolle als heimische Energiequelle spielen kann. Es besteht allerdings noch Forschungsbedarf, um den komplexen Prozess geothermischer Energiegewinnung von der Erschließung der Wärmequelle bis zur Wandlung der Wärme in Nutzenergie zu optimieren.“

Am heutigen Abend feiert der GtV-Bundesverband Geothermie mit einem Festakt sein 20-jähriges Bestehen. Seit Gründung des Verbandes 1991 ist die Nutzung der Erdwärme in Deutschland weit vorangekommen. Die bereits rund 250.000 Erdwärmeheizungen sind eine Standardoption im Neubau und auch im Gebäudebestand gewinnen sie zunehmend an Bedeutung. Gleichzeitig versorgen 20 tiefe Geothermieprojekte bereits ganze Stadtteile und Ortschaften mit Heizenergie. Auch bei der geothermischen Stromerzeugung werden neben den bestehenden fünf Anlagen weitere Kraftwerke und technologische Fortschritte die Entwicklung hin zu stärker standardisierten und damit auch kostengünstigeren Anlagen ermöglichen. Müller-Ruhe stellt dazu fest: „Immer mehr Menschen profitieren von den großen Vorteilen der Geothermie. Sie ist nicht nur landschaftsschonend, kohlendioxidarm und nach menschlichem Ermessen unerschöpflich. Sie stellt ihre Energie darüber hinaus zuverlässig, grundlastfähig und zu stabilen Preisen zur Verfügung.“

Die Erneuerbare-Energien-Branche rechnet mit einer Steigerung der Geothermienutzung in Deutschland bis 2020 im Bereich Wärme von derzeit 5,6 TWh pro Jahr auf 20 TWh sowie beim Strom von 0,027 TWh auf 3,8 TWh. Vor diesem Hintergrund will auch der Bundesverband Geothermie die bestehenden Herausforderungen der Erdwärmegewinnung angehen. Technologische Entwicklungen sollen vorangetrieben und die Qualitätssicherung verstärkt werden. Gleichzeitig sind Modelle zur Information und Beteiligung der Öffentlichkeit zu entwickeln, so dass sich die Wahrnehmung und Akzeptanz der Geothermie in der Gesellschaft stetig verbessern. Müller-Ruhe: „Wir werden uns auch in Zukunft dafür einsetzen, dass Erdwärme als erneuerbare und gleichzeitig grundlastfähige Energiequelle ihre wichtige Rolle für eine zukunftsfähige Energieversorgung wahrnehmen kann. So wird sie im Verbund mit anderen Erneuerbaren Energien die Importabhängigkeit von fossilen Rohstoffen reduzieren, um die Wertschöpfung dieser Prozesse im Land zu nutzen sowie die drohende Klimaerwärmung zu begrenzen.“

Alle Informationen zum Geothermiekongress DGK 2011 und zur Fachmesse geoENERGIA sind unter www.der-geothermiekongress.de sowie www.geoenergia.de bereitgestellt. Dort finden Sie in Kürze auch Bildmaterial der Veranstaltungen.

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