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Pilotprojekt Geothermiekraftwerk Basel

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Quelle Foto: Geopower Basel AG, Geothermiebohrung in Basel

Einführung: Pilotprojekt Geothermiekraftwerk Basel:
Die entscheidende Phase beginnt


Anfang Mai 2006 erfolgt in Basel-Kleinhüningen die erste Tiefbohrung zur Gewinnung von Erdwärme für das Geothermiekraftwerk Basel. Damit beginnt die bis Mitte 2007 dauernde Explorationsphase des Geothermieprojekts zur umweltverträglichen Gewinnung von einheimischer Energie. Die vorgesehene Pilotanlage soll den Bedarf von 10'000Haushalten mit Strom und von 2700 Haushalten mit Wärme decken.

Seit 2001 ist die prinzipielle Eignung Basels als Standort für ein Geothermiekraftwerk nachgewiesen. Die im Jahr 2001 erfolgte Sondierbohrung im Hinblick auf ein Geothermiekraftwerk in Basel war erfolgreich. Sie stützte die Annahme, dass das kristalline Gestein 5000 Meter unter der Erdoberfläche rund 200 Grad Celsius heiss ist. Über eine Tiefbohrung eingepresstes Kaltwasser soll in den unterirdischen Klüften erhitzt und über weitere Tiefbohrungen an die Oberfläche zurückbefördert werden. Dort wird die Wärme zur Erzeugung von Strom genutzt und vom bestehenden Fernwärmenetz der IWB übernommen.

Mit der erwarteten Leistung könnte der Wärmebedarf von 2’700 Haushaltungen und der Strombedarf von 10'000 Haushaltungen durchschnittlicher Grösse gedeckt werden. Die Entwicklung des Projektes erfolgt in zwei Teilschritten: In der Explorationsphase bis 2007 soll das Wärmereservoir, also das unterirdische System der Klüfte im Gestein, schrittweise erschlossen werden. In diese Phase fällt der Beginn der ersten Tiefbohrung im kommenden Mai. Im Frühjahr 2007 sind erste Zirkulationstests mit eingepresstem Wasser vorgesehen und anschliessend eine zweite Tiefbohrung. Falls die Eignung zur wirtschaftlichen Energiegewinnung nachgewiesen werden kann, sollen in der Ausbauphase bis 2009 eine zusätzliche Bohrung ausgeführt und die oberirdischen Kraftwerkanlagen gebaut werden.

Basel wird damit weltweit der erste Standort sein, der das so genannte Hot-Fractured-Rock-Verfahren kommerziell für die Erzeugung von Strom und Wärme nutzt. Angesichts der knapper werdenden Energieressourcen und der stark steigenden Kosten, die mit der Nutzung anderer Energiequellen verbunden sind, fallen die Vorteile der Erdwärmenutzung besonders ins Gewicht: Es entstehen keine gesundheits- und umweltbelastenden Nebenprodukte wie Kohlendioxid oder Feinstaub, und die verfügbare Erdwärme ist praktisch unerschöpflich.

Erweiterter Kostenrahmen
Die Kosten für die Explorationsphase bis Mitte 2007 waren vor Jahresfrist mit 47 Millionen Franken beziffert worden. Inzwischen ist aufgrund des Projektfortschritts eine präzisere Kostenschätzung möglich, welche für die Explorationsphase insgesamt rund 62 Millionen Franken vorsieht. Die höheren Kosten sind hauptsächlich zurückzuführen auf massive Preissteigerungen beim Stahl sowie in der Erdölindustrie, deren Know-how und Geräte
bei der Tiefbohrung genutzt werden. Weiter sind auch neue Erkenntnisse in den Bereichen Planung, Technik und Geologie berücksichtigt worden, welche die Erfolgsaussichten verbessern, aber Mehrkosten verursachen. Ein Teil der Kosten betrifft zudem vorgezogene Ausgaben, welche ursprünglich erst in der Ausbauphase
vorgesehen waren.

Die Finanzierung der ersten Arbeiten bis Oktober 2006 ist gesichert. Zu diesem Zeitpunkt, der als nächster Meilenstein in der Explorationsphase definiert ist, wird bekannt sein, ob die Gesteinstemperatur von 200 Grad Celsius erreicht wird und die technischen Voraussetzungen für die Fortsetzung des Projekts gegeben sind; dann wird sich auch zeigen, ob der Einsatz der noch verfügbaren Finanzmittel erfolgversprechend ist.

Die Gesamtkosten für das Geothermieprojekt betragen aufgrund der aktuellen Schätzung rund 108 Millionen Franken plus 10 Millionen Franken für eine zusätzliche Erdgasturbine, die zu einer Leistungssteigerung und zur Verbesserung der Effizienz der Anlage beiträgt.

Trotz höheren Kosten ist das Projekt aufgrund der steigenden Energiepreise nach wie vor attraktiv. Dies zeigt auch das Interesse möglicher neuer Partner der Geopower Basel AG. So hat sich neu die Energiedienst Holding AG aus Laufenburg, ein Beteiligungs- unternehmen der EnBW Energie Baden- Württemberg AG als zehnter Partner finanziell engagiert.

Unterirdisches Messsystem bringt Zusatznutzen
Ein unterirdisches System mit insgesamt sechs Messstellen in mehreren Horchbohrungen in Tiefen von 300 bis 2700 Metern überwacht die Erschliessung des unterirdischen Wärmereservoirs. Dieses registriert auch natürliche Erderschütterungen, die an der Erdoberfläche nicht wahrnehmbar sind, und bringt einen wissenschaftlichen Zusatznutzen. Zum Einsatz kommen speziell für diesen Zweck entwickelte Instrumente einer amerikanischen Hochschul-Forschergruppe. Jedwede Erschütterungen werden in
einer Datenbank aufgezeichnet. Der schweizerische Erdbebendienst wie auch die amerikanische Forschergruppe werden kontinuierlich direkten Zugriff auf die Messergebnisse erhalten. Quelle Pressemitteilung Geopower Basel AG

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