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Geothermiekraftwerk Neustadt-Glewe

Geothermiekraftwerk Neustadt-Glewe

Das Geothermiekraftwerk Neustadt-Glewe ist das erste Kraftwerk dieser Art in Deutschland.

Betrieben durch die „Erdwärme-Kraft GbR“, ein Tochterunternehmen von Vattenfall Europe Berlin, der WEMAG AG (Schwerin) und der Energie Südwest (Landau in der Pfalz), versorgt es die Haushalte Neustadt-Glewes. Die installierte Leistung beträgt 230 kW. Bei einer zugeführten geothermischen Wärmeleistung von 3.000 kW errechnet sich daraus ein elektrischer Bruttowirkungsgrad von 7,7%. Unter Berücksichtigung des Eigenbedarfs der Anlage von ca. 155 kW (Förderpumpe mit 140 kW und Kühlwasserpumpe von 15 kW) ergibt sich eine Nettoleistung von 75 kW und ein elektrischer Nettowirkungsgrad von 2,5%. Diese sehr geringen Werte sind die Konsequenz der geringen Thermalwassertemperaturen von ca. 100°C.

Geothermiekarftwerk Neustadt-Glewe, Winterstillstand, Die Stromerzeugungsanlage wurde am 14.12.07 vom Netz genommen. Die Fernwärmeversorgung am Standort hat jetzt Vorrang. Foto Quelle: http://www.erdwaermekraft.de/ Herr Koch

Aus ebendiesen Gründen wird die Anlage in Kombination mit dem 1994 in Betrieb genommenen Geothermie-Heizwerk Neustadt-Glewe als Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlage betrieben. Dabei hat die Fernwärmeerzeugung Vorrang vor der Stromerzeugung, so dass während der Sommermonate ein Volllastbetrieb möglich ist und in der Übergangszeit und im Winter nur diejenige Thermalwasserenergie zur Stromerzeugung genutzt wird, die nicht für die Fernwärmeversorgung notwendig ist. Mit diesem Prinzip kann die Thermalwasserenergie ganzjährig optimal ausgenutzt und der Gesamtwirkungsgrad deutlich verbessert werden.
Das Kraftwerk arbeitet mit der weltweit niedrigsten Thermalwassertemperatur von ca. 98 °C und besteht wie jedes konventionelle Kraftwerk aus den Komponenten

Das Kühlwasser für den Kondensator wird über zwei Nass-Kühltürme rückgekühlt. Das Kühlturm-Zusatzwasser (Verdunstung, Abschlämmung) wird durch Grundwasser sichergestellt und in einer Wasseraufbereitungsanlage behandelt. Im Jahr 2004 erzeugte das Kraftwerk, das nach dem Organic-Rankine-Cycle-Prinzip arbeitet, 500 MWh elektrische Energie.

Probleme

Die geringe Thermalwassertemperatur erfordert als Medium eine spezielle Flüssigkeit (ein synthetischer, organische Stoff), der anders als Wasser nicht bei 100°C, sondern bereits bei zirka 30°C siedet. Konventionelle Bauteile sind dadurch für diese Flüssigkeit ungeeignet, da sie von dieser zersetzt werden. Da diese Probleme nicht gelöst werden konnten, gibt es sehr lange Stillstandszeiten.
Quelle: Wikipedia 03-2008, Webseite des Betreibers: http://www.erdwaermekraft.de/

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