Kurzinfo Klimaschutz
Klimaschutz mit erneuerbaren Energien
Unser Klima
Unsere Atmosphäre ist ein kleines Wunderwerk der Natur. Sie enthält die sogenannten Treibhausgase, die wie ein Schutzschild den Erdball umgeben und verhindern, dass die von der Erde kommende Wärme ins All entweicht. Ohne die Treibhausgase wäre es auf der Erde bitterkalt. So aber herrscht bei uns eine konstante Temperatur von 15 Grad Celsius.
Unnatürlich hohe Erwärmung
Unser heutiges Problem ist, dass die Menge der Treibhausgase, allen voran das CO2, zu stark angestiegen ist. Durch Industrie, Haushalte und Verkehr erhöht sich ihr Anteil fortlaufend und unsere Atmosphäre heizt sich unnatürlich stark auf. Vor allem die Industriestaaten sind für diesen zusätzlichen, unnatürlichen Treibhauseffekt verantwortlich. Während ein Bewohner Indiens jährlich etwa 1 Tonne CO2 verursacht, entfallen auf einen Europäer 9, auf einen US-Bürger sogar 20 Tonnen CO2. Sollte der steigenden Erwärmung in Zukunft nicht Einhalt geboten werden, hat das weitreichende Folgen weltweit. Bei einer weiteren Ausstoß von Treibhausgasen ist zu erwarten, dass bis 2100 die globale Mitteltemperatur um 1,4°C bis 5,8°C und der Meeresspiegel um 10-90 cm steigen wird. Überflutung von Küstenregionen und tief gelegenen Inselstaaten sowie die Ausbreitung von Wüstenregionen und das Abschmelzen von Gletschern wären die Folge. Bereits heute ist der Klimawandel eine der Hauptursachen von Naturkatastrophen, wie beispielsweise Hochwasser und Trockenperioden.
Internationale Klimaschutzpolitik: Vorreiter Deutschland
Schon in Rio 1992 wurde in der Klimarahmenkonvention vereinbart, die Treibhausgase weltweit zu stabilisieren. Die 3. Vertragsstaatenkonferenz der Klimarahmenkonvention, die 1997 im japanischen Kyoto stattfand, verabschiedete dann das "Kyoto-Protokoll". In dem Protokoll verpflichten sich die Industriestaaten, ihre Treibhausgasemissionen zwischen 2008-2012 um insgesamt 5 % gegenüber 1990 zu senken. Die einzelnen Staaten leisten dabei unterschiedliche Beiträge zur Emissionsminderung. Deutschland hat sich im Rahmen der EU-Lastenteilung bereit erklärt, bis 2012 insgesamt 21% weniger klimaschädliche Gase als 1990 zu produzieren.
Im November 2001 einigte sich die Staatengemeinschaft auf der Klimakonferenz in Marrakesh (Marroko) auf konkrete Regelungen zur Ausgestaltung und Durchführung des Kyoto-Protokolls.
Damit das Kyoto-Protokoll völkerrechtlich verbindlich werden und in Kraft treten konnte, mussten mindestens 55 Staaten, die 1990 mindesten 55 % der CO2-Emissionen der Industrieländer verursacht hatten, das Protokoll ratifizieren. Diese Bedingungen sind seit der Ratifikation durch Russland erfüllt; das Kyoto-Protokoll ist am 16. Februar 2005 in Kraft getreten. Damit gibt es erstmals einen völkerrechtlich verbindlichen Deckel auf den Ausstoß von Treibhausgasemissionen.
Das Kyoto-Protokoll ist ein erster notweniger Schritt für den internationalen Klimaschutz - nicht mehr und nicht weniger. Klimapolitik darf aber weder auf internationaler noch auf nationaler Ebene im Jahr 2012 enden. Mittel- und langfristige Ziele sind notwendig, um gleichzeitig eine Stabilisierung der Treibhausgasemissionen zu erreichen und Planungssicherheit zu gewährleisten. Daher hat die Bundesregierung in der Koalitionsvereinbarung zugesagt, dass Deutschland bis zum Jahr 2020 seine Treibhausgasemissionen um 40 % (bezogen auf das Basisjahr 1990) reduzieren wird, wenn die EU-Staaten einer Reduzierung der europäischen Emissionen um 30 % im gleichen Zeitraum zustimmen.
Auf internationaler Ebene beginnen noch in diesem Jahr Beratungen darüber, wie der globale Klimaschutz weiterentwickelt werden kann. Deutschland verfolgt dabei gemeinsam mit der EU das Ziel, die globale Erwärmung auf weniger als 2°C gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen, um nicht mehr akzeptable Folgen und Risiken des Klimawandels zu vermeiden.
Nationale Klimaschutzpolitik
Noch in diesem Jahr wird die Bundesregierung das Nationale Klimaschutzprogramm von 2000 überprüfen, eine Bilanz der letzten Jahre ziehen und einen neuen Maßnahmenkatalog vorlegen. Entsprechend der Ergebnisse der Evaluierung und wie bereits im Nationalen Allokationsplan zur Umsetzung des Emissionshandels festgehalten, werden neue Politiken und Maßnahmen formuliert. Diese sollen sicherstellen, dass Deutschland die international zugesagte Reduzierung der Treibhausgase erreichen kann. Hier wird der Handlungsbedarf für die einzelnen Sektoren, wie private Haushalte, Industrie und Energiewirtschaft, Verkehr, Land- und Forstwirtschaft sowie Abfallwirtschaft definiert und es werden klare Zielvorgaben festgelegt. Bis zum Jahr 2002 konnte Deutschland seine Treibhausgasemissionen zwar bereits um etwa 19 % gemessen an den Emissionen von 1990 reduzieren und ist damit der Zielerreichung schon sehr nahe, aber dennoch ist sicher, dass das Ziel einer Reduzierung von 21 % ohne weitere Maßnahmen nicht erreicht werden kann. Das Klimaschutzprogramm steht im Kontext des Leitbilds einer nachhaltigen Entwicklung und Agenda 21, denn es liegt auf der Hand, dass lokales Handeln für den Schutz des globalen Klimas unbedingt erforderlich ist.
Die konkreten Maßnahmen, die sich derzeit in der Umsetzung befinden, stehen im Kontext einer effizienteren Nutzung von Energie und dem Ausbau der erneuerbaren Energien, u.a. in den folgenden Bereichen:
Steigerung der Energieeffizienz u.a. durch
o die Sicherung, Modernisierung und den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung
o die Errichtung von Gas und Dampfturbinen-Anlagen (GuD)
o die am 01.02.2002 in Kraft getretene Energieeinsparverordnung
o die Förderung von wirksamen Minderungsmaßnahmen im Gebäudebestand, z.B. durch das CO2-Gebäudesanierungsprogramm der Kreditanstalt für Wiederaufbau
o die Unterstützung der Markteinführung energieeffizienter und verbrauchsarmer PKW
Was kann ich privat tun?
Auch im privaten Bereich kann man viel dazu beitragen, Energie effizienter zu nutzen - und nicht nur der Klimaschutz, auch der Geldbeutel wird es danken. Schon das Abschalten von Stand-by-Geräten bei Nichtnutzung würde in ganz Deutschland 14 Millionen Tonnen CO2 sparen und in vielen Haushalten bis zu 75 € Stromkosten im Jahr.
Quelle BMU
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