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Kritik

Kritik Passivhaus

Die Passivhausidee wird in den Medien ausgiebig dargestellt und genießt auch politische Unterstützung, weil merkliche Energieeinsparungen und damit verbunden eine geringere Belastung der Umwelt durch Schadstoffe und Erfolge beim Klimaschutz erwartet werden. Das Passivhauskonzept versucht häusliches Leben und Wohnen bei geringstem Energiebedarf und gleichzeitig hohem Komfort zu ermöglichen. Es gibt allerdings auch Kritik an dem Konzept:

Energieverlust durch geöffnete Fenster

Die erwärmte Innenraumluft enthält die aufgewendete Heizenergie. Entweicht diese Luft, entweicht auch die Energie. Im Alltag gibt es jedoch Anlässe, um die Fenster zu öffnen. Durch die geöffneten Fenster entweicht (bei niedrigerer Außen- als Innentemperatur) die warme Luft und mit ihr die Energie. Soll ein Wärmeverlust vollständig vermieden werden, bleibt den Bewohnern bei niedrigeren Außentemperaturen nichts anderes übrig, als strikt den Verhaltensregeln zu folgen. Deshalb werfen Kritiker dem Passivhaus vor, an den menschlichen Wohn- und Lebensbedürfnissen vorbei konzipiert zu sein. Sein alleiniger Maßstab sei der minimale Energieaufwand, dem alles andere unterzuordnen ist.

Das sagen Passivhausbefürworter dazu

Die Luft im Raum enthält nur sehr wenig Wärmeenergie (geringe Wärmekapazität); der größte Teil der Wärme steckt in den Innenwänden, Decken, Möbeln, etc. Wird ein Fenster nur kurz geöffnet, dann ist der Wärmeverlust nicht hoch und das stört bei einem Passivhaus überhaupt nicht. Außerdem: Fensterputzen oder durch das geöffnete Fenster mit dem Nachbar reden macht man ja eher, wenn es draußen warm ist. Ob man durch längeres Offenlassen der Fenster Energie "verschwenden" will oder nicht, liegt in der Entscheidungsfreiheit des Bewohners. Messungen in bewohnten Passivhäusern zeigen, dass das Öffnen von Fenstern einen weit geringeren Einfluss auf den Energieverbrauch hat, als zunächst angenommen (Quelle: Ebel/Knissel 2003, IWU). Die normalen Anlässe für das Öffnen von Fenstern erzeugen für ein Passivhaus kein Problem.

Ein Bewohner eines Passivhauses (seit 1999): "Ob wir die Fenster im Winter öffnen möchten und wie lange, bleibt unsere Entscheidung. Auf das Konzept des Passivhauses hat das einen vernachlässigbaren Einfluß. Zumal bei Minusgraden will niemand - auch in herkömmlichen Häusern nicht - Fenster und Türen länger als ein paar Minuten offenstehen lassen. Es ist in der Regel aber nicht notwendig, die Fenster zu öffnen, da die Lüftungsanlage (nicht zu verwechseln mit einer Klimaanlage) ständig für eine ausreichende Menge Frischluft sorgt. Das Raumklima hat eine höhere Qualität als ein durchschnittlicher Neubau, bei dem das eigentlich im Winter notwendige mehrfache Durchlüften meist entfällt. Schimmelprobleme durch interne Feuchtigkeit können in einem Passivhaus nicht auftreten. Im Sommer ist ein Passivhaus ein normales Haus, bei dem man zur Kühlung nachts die Fenster öffnet.

Das Haus, in dem ich wohne, wurde mit 13,6 kWh pro Quadratmeter und Jahr geplant und erreicht nach Messung 12,9 kWh: Passivhaus "Wohnen & Arbeiten" (http://www.passivhaus-vauban.de) mit realem Benutzerverhalten ohne Einschränkungen des Verhaltens."

Quelle: aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Lebensdauer

Lebensdauer der luftdichten Hülle

Weiterhin sind zeitlich stabile Dichtigkeitsverhältnisse nicht zu erwarten, da Materialien nicht unendlich lange halten, und bei Beschädigung, je nach Bauweise, zum Teil schlecht ersetzt oder repariert werden können.

Das sagen Passivhausbefürworter dazu

Die luftdichte Hülle muss so angebracht werden, dass sie wirklich dauerhaft ist oder man sie später ohne große Kosten reparieren oder austauschen kann. Nachmessungen in gebauten Passivhäusern nach 5, 8 und 13 Jahren zeigten sowohl bei einem Massivbau als auch bei mehreren Holzbauten keine relevanten Veränderungen bei der Luftdichtheit (Quelle: Tagungsband 8. Passivhaustagung). Bei einem Haus in Massivbauweise ist die luftdichte Hülle in der Regel der Innenputz. Dieser hat eine lange Lebensdauer und Risse können relativ einfach nachverputzt werden.



Alle Räume gleichmäßig warm

In fast allen (besonders älteren) Passivhäusern sind alle Räume gleichmäßig warm. Dieses ist gewöhnungsbedürftig, da viele Menschen zum Beispiel kältere Schlafräume gewohnt sind. Auch der Keller ist sehr warm, falls er innerhalb der Dämmhülle liegt.

Es gibt inzwischen Anlagen, die eine getrennte Temperatursteuerung für jeden Raum möglich machen. Dies ist allerdings sehr aufwendig, da jeder Raum eine eigene Zuluftleitung braucht.

Das sagen Passivhausbefürworter dazu

Wenn die Nutzer gern kältere Raume haben möchten, wird die Wärmedämmung zwischen diesen Räumen und dem beheizten Raum verbessert. Im Protokollband "Temperaturdiffernzierung" (Nr. 25) des Passivhaus Institutes wird genau dargestellt, wie unterschiedliche Temperaturen erreicht werden können - wenn sie gewünscht sind. Nach der wissenschaftlichen Literatur (Ole Fanger, 1972, Entdecker des Behaglichkeitsmaßstabs und des Olf) und der internationalen Behaglichkeitsnorm (ISO 7730) wird jedoch ein möglichst gleichmäßiges Raumklima von den Nutzern am besten bewertet.



Erforderliche Sorgfalt und Qualifikation beim Bau

Ein Kritikpunkt ist auch die "geringe Fachkompetenz lokaler Handwerksbetriebe". Die geforderte extrem hohe Sorgfalt bei der Ausführung ist beim üblichen Baubetrieb oft nicht gewährleistet. Ausführungsmängel, die in einem konventionellen Haus unbedeutend sind können das gesamte Passivhauskonzept zunichte machen, z.B. Lecks für Luft, Fehlstellen in der Dämmung oder Wärmebrücken.

Das sagen Passivhausbefürworter dazu

Dem stimmen die Passivhausbefürworter in Bezug auf die erforderliche Sorgfalt zu: Nur dass die genannten Ausführungsmängel bei einem konventionellen Haus keinesfalls unbedeutend sind: Gerade im schlecht gedämmten Haus führen Lecks zu Bauschäden und Wärmebrücken zu Schimmelbefall, weil infolge fehlender Lüftung die Luftfeuchtigkeit meistens zu hoch ist.

Falsche Anlagen

Auch der Einbau "mangelhafter, nicht passivhausspezifischer Anlagenkomponenten" bei einigen Musterhäusern wird kritisiert.

Das sagen Passivhausbefürworter dazu

Klar; ein PKW funktioniert auch nicht, wenn man statt des Motors versucht ein Pferd einzubauen.

Quelle: aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

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